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Es ist schwierig, mit diesem Bildungspionier über Bildung zu sprechen. Hans Elsner (90), zierliche Statur, unverschämt jugendliches Gesicht, hat die Montessori-Pädagogik „als Antwort auf die Erziehungsideale der Nazis“ nach Köln geholt; er hat 31 Jahre die Montessori-Grundschule an der Gilbachstraße geleitet und der Schule zu einer nach dem Krieg kaum für möglich gehaltenen Erfolgsgeschichte verholfen.

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In der Diskussion um die von der Verwaltung vorgelegten Umzugspläne für Schulen in der nördlichen Innenstadt bringen SPD und Grüne eine Lösungsvariante ins Gespräch: In einem Antrag für die Schulausschusssitzung am kommenden Montag fordern sie die Verwaltung auf zu prüfen, ob die Montessori-Grundschule von der Gilbachstraße in die neu entstehende „Bildungslandschaft“ am Gereonswall und die katholische Nikolaus-Groß-Grundschule in das Gebäude an der Bernhard-Letterhaus-Straße umziehen könnten. Das Konzept der Stadt, mit dem mehrere gravierende Raumprobleme in den innerstädtischen Schulen gelöst werden soll, war bei allen betroffenen Schulen auf Widerstand gestoßen. So wehrt sich beispielsweise die Nikolaus-Groß-Grundschule gegen die vorgesehene Verlagerung an den Gereonswall, weil sie dadurch das Agnesviertel verlassen müsste. Ziel muss es laut SPD und Grünen sein, „am Ende eine für alle Beteiligten einvernehmliche und tragfähige Lösung zu erreichen“. (map) – Quelle: http://www.ksta.de/13312538 ©2016

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Praxisfern und mutlos - anders kann man die Pläne der Schulverwaltung nicht nennen, die sie sich in Abstimmung mit dem Schulamt als zuständige Landesbehörde am grünen Tisch ausgedacht hat. Die Umzugspläne für die Innenstadt-Schulen müssen ganz schnell vom Tisch. Vor allem für das Agnesviertel, einem vitalen, von vielen Familien bewohnten Teil der Innenstadt, sind die Vorstellungen der Verwaltung inakzeptabel. Die Stadt hat alle Probleme mitzuverantworten, weil sie jahrelang zwischen Stadtgarten und Agnesviertel geschlampt hat. Raumprobleme wurden nicht gelöst, Konzepte wie die Gründung von Schulverbünden nicht durchgesetzt, Kooperationen nicht gefördert und Vorschläge torpediert - zu viel, um nun alles in einem Hauruck-verfahren auf Kosten von Kindern und Eltern zu lösen. Vor allen weiteren Überlegungen muss eine klare Entscheidung über die Zukunft der Montessori-Grundschule fallen, die ihr Gebäude an der Gilbachstraße verlassen muss. In unmittelbarer Nachbarschaft lässt sich eine moderne und ökologische Schularchitektur umsetzen, die nichts mit einer Zerstörung des Grüngürtels zu tun haben muss. Die Montessori-Schule muss am Venloer Wall gebaut werden können, damit die Innenstadt für Familien attraktiv bleibt. – Quelle: http://www.ksta.de/13472246 ©2016

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Der Slogan prangt am Turm der Agneskirche: „Wir lassen uns nicht vertreiben“, haben Schüler, Eltern und Lehrer der Nikolaus-Groß-Schule auf das riesige Transparent geschrieben und demonstrieren so nicht nur gegen den von der Stadtverwaltung geforderten Umzug aus dem Viertel. Sie demonstrieren auch, wie verankert die katholische Grundschule im Stadtteil ist. Was die Stadt hier plant, „greift tief in das kulturelle Leben des für Köln bedeutsamen Agnesviertels ein“, schreibt Alexander Groß in einem Brief an den Oberbürgermeister. Der Sohn des 1945 hingerichteten Widerstandskämpfers gehört zu den vielen Unterstützern der Schule, die sich gegen ihre Verlagerung an den Gereonswall wehrt. Der Umzug der Schule ist Teil eines umfassenden Umzugsplans für mehrere Schulen, das in einem Schlag mehrere gravierende Probleme in der innerstädtischen Schullandschaft lösen will. Die Montessori-Grundschule am Stadtgarten braucht ein neues Gebäude; die Peter-Petersen-Gemeinschaftsgrundschule in der Balthasarstraße platzt aus allen Nähten; die Grundschulen am Gereonswall und in der Palmstraße haben zu wenig Schüler; die „Freie Schule“ in der Bernhard-Letterhaus-Straße will umziehen, um expandieren zu können. „Hier sollen Probleme auf dem Rücken der Kinder gelöst werden“, sagt die Schulpflegschaftsvorsitzende der Nikolaus-Groß-Schule, Denise Riege.

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Innenstadt - Die Gemeinschaftsgrundschule Gereonswall soll zum Ende dieses Schuljahres aufgelöst werden, weil in den zurückliegenden beiden Jahren zu wenig Kinder angemeldet worden sind. Die katholische Grundschule (KGS) Balthasarstraße soll statt dessen ab Sommer das Gebäude am Gereonswall nutzen. Noch teilt sich die „kleinere“ KGS mit der größeren Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Balthasarstraße ein Domizil im Agnesviertel. Doch seit der Einführung der offenen Ganztagsschule im August 2007 ist zu wenig Platz für die beiden Grundschulen in dem alten Gebäude. Deshalb soll künftig die GGS Balthasarstraße das Haus allein nutzen.

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Ein erster Trend zeichnet sich nach dem ersten Tag bei den Anmeldungen an Grundschulen ab: Von den bis gestern Mittag insgesamt angemeldeten 5356 Kindern (davon 1000„Kann“-Kinder, acht wohnen nicht in Köln) stammen die meisten „aus dem engeren oder etwas erweiterten Wohnbereich“ der Schulen. Schulverwaltungsamtschef Werner Adams zog gestern eine Zwischenbilanz zur Premiere des neuen Anmelde- und Aufnahmeverfahrens: „Wir haben bis jetzt eine relativ gleichmäßige Verteilung. Es sieht so aus, dass die Devise ,Kurze Beine, kurze Wege' beherzigt worden ist.“

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Zum Start des neuen Schuljahrs hat die städtische Gebäudewirtschaft durch zahlreiche Baumaßnahmen sichergestellt, dass 17 450 Plätze in Offenen Ganztagsschulen bereitgestellt werden können. Viele Grundschulen müssen jedoch vorerst mit Provisorien leben.

In sechs Schulen gelang es nicht, den Zeitplan einzuhalten. In Nippes und Weiden leiden zwei Schulen unter den Folgen eines Streiks, in Neubrück fiel ein Kran auf den Neubau, in Proz-Ensen und Lindenthal machte ein Unternehmen Pleite, in der Altonaer Straße stoppte ein Wassereinbruch die Fertigstellung, in Weidenpesch wird man erst Ostern fertig, in Widdersdorf (Im Kamp) zum Jahreswechsel.

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Theresa hängt kopfüber von der Schaukel, zieht sich mit beiden Armen hoch und stellt sich dann breitbeinig auf das Sitzbrett. Sie wippt vor und zurück und strahlt mit großen blauen Augen. Turnen macht ihr Spaß. „Aber Zahlen schreiben finde ich auch toll“, sagt sie nach kurzem Nachdenken und hangelt sich nach einem mahnenden Blick ihrer Mutter wieder auf das Schaukelbrett herunter. Theresa ist fünf Jahre alt und geht seit ein paar Wochen zur Schule. Erst im September wird sie sechs. „Ich kann aber schon lesen und schreiben“, sagt sie stolz. Schwimmen übrigens auch. Sogar den Freischwimmer hat das kleine blonde Mädchen schon gemacht. Aber sie hat ja auch ein großes Vorbild - die ältere Schwester Rebecca. Die ist schließlich auch schon mit fünf in die Schule gekommen - obwohl sie erst im Dezember Geburtstag hat und somit im Schnitt ein Jahr jünger ist als die anderen Kinder in ihrer Klasse. Mit sieben Jahren besucht sie nun das dritte Schuljahr.

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Die Montessori-Schule wird komplett neu gebaut werden müssen. Nicht nur hier müssen die Kinder mit Provisorien leben.

„Das ist ein Beispiel von totaler Planlosigkeit“, schimpft die Mutter einer Schülerin der altehrwürdigen Montessori-Grundschule in der Gilbachstraße. „Unzumutbar“ seien die Umstände, „ein Skandal“ findet ein Vater. Monatelang wurden in der Schule Kinder in Räumen betreut, die nicht den Brandschutzvorschriften entsprachen. Nach mehreren Besichtigungen der Feuerwehr wurden die Räume nun geschlossen.

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